
Beantragtes Vorstandsmitglied

Prof. Dr. Wolfgang Schuster ist Geschäftsführer des Instituts für nachhaltige Stadtentwicklung und ehemaliger Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart (1997-2013).
Das kommt darauf an, was man will. Wenn es nur darum ginge, die kommunalen Aufgaben der Stadt Friedrichshafens finanziell zu unterstützen, dann stimmte das. Aber die Stadt hat ja wie andere Städte Einnahmen aus Steuern, Abgaben, Zuschüssen und sonstigen Erträgen zur Finanzierung ihrer kommunalen Aufgaben. Durch Mittel der Stiftung hätte sie darüber hinaus die einzigartige Chance, ihr Erbe als „Zeppelinstadt“ für eine wirklich große Aufgabe einzusetzen. Nämlich dazu beizutragen, Fliegen ganzheitlich nachhaltig zu gestalten, d.h. in ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht. Dies geschieht aber leider aktuell nicht. Vielmehr werden die Stiftungserträge für zusätzliche Ausgaben der Stadt genutzt, anstatt sie für den vom Stifter vorgesehenen Stiftungszweck zu verwenden, nämlich Förderung der Luftfahrtforschung. Dazu gehört das Europäische Kooperationszentrum Luftfahrtforschung (EKL). Dies eröffnet große Chancen für Friedrichshafen, weil es Forschung, Wirtschaft und Verbände zum Thema nachhaltiges Fliegen koordiniert und die bestehenden Kräfte bündelt. Dies ist eine Lösung mit Zukunftsperspektive. Um dieses große Ziel zu erreichen, bedarf es des politischen Willens der Stadt. Ich würde mich sehr freuen wenn wir im Dialog gemeinsam diese neue Perspektiven entwickeln könnten.
Graf Brandenstein-Zeppelin, der Urenkel des Luftschiffpioniers Ferdinand Graf Zeppelin sowie sein Sohn, haben mich sowie Prof. Palm und den Unternehmer Alexander von Arnim gebeten, uns für diese Aufgabe zur Verfügung zu stellen. Es wird die gesetzliche Aufgabe eines neuen Vorstands sein, die Interessen der rechtsfähigen Zeppelin-Stiftung, die nach unserer Überzeugung noch existiert, wahrzunehmen. Dies ist eine Aufgabe mit großer Verantwortung, da die Stiftung Mehrheitsgesellschafter bzw. Alleineigentümerin von bedeutenden Unternehmen, allen voran der ZF AG in Friedrichshafen, ist. Der ausgewiesene Rechtsexperte Prof. Dr. Ulrich Palm hat die Rechtsfragen gutachterlich analysiert. Ich bin dankbar, dass er uns auf dem Weg zur Wiederherstellung der Stiftung begleiten wird. Die Zusammenarbeit mit Herrn Conrado Dornier als Aufsichtsratmitglied, um nur einen zu nenen, wird uns helfen, die Aufgabenstellung Fliegen nachhaltig zu gestalten.
Klare Antwort: nein! Eine Stiftung gehört niemandem außer sich selbst. Graf Brandenstein-Zeppelin geht es darum, dem Stifterwillen seines Urgroßvaters Ferdinand Graf Zeppelin wieder Geltung zu verschaffen, der die Stiftung gegründet hat, um die Luftfahrtforschung zu fördern. Die Forschungsschwerpunkte werden sich im Laufe der Jahre immer wieder ändern. Damals war Nachhaltigkeit des Fliegens kein Thema, heute ist es die zentrale Herausforderung der Branche insgesamt. Es ist die Fortsetzung des Stifterwillens in einem neuen, aktualisierten Umfeld, darum geht es dem Chef der Stifterfamilie und seinem Nachfolger.
Die Wiedereinsetzung der Stiftung schafft einen Gewinner: Die Stadt Friedrichshafen. Die Stadt hat mittel- und langfristig fünf wesentliche Vorteile:
1. Die Forschungsaktivitäten zum Thema „nachhaltiges Fliegen“ werden überwiegend mit öffentlichen Forschungsgeldern finanziert werden. Ergänzend bedarf es in der Regel Drittmittel, um dann das zwei- bis dreifache der Drittmittel an öffentlichen Forschungsgeldern zu erhalten. Würde die Stadt Friedrichshafen Erträge aus dem Sondervermögen der Zeppelin Stiftung zum Beispiel in Höhe von 100 Millionen Euro einsetzen, könnten Forschungsaktivitäten in Höhe von 200-300 Millionen Euro finanziert werden. Das wäre eine beachtliche Hebelwirkung, die genutzt werden kann.
2. Aus der Zusammenarbeit mit dem geplanten Europäischen Kooperationszentrum Luftfahrtforschung (EKL) ergeben sich Chancen für Friedrichshafen. Es entstehen Innovationen, die ihrerseits neue wirtschaftliche Aktivitäten sowohl der existierenden Unternehmen vor Ort als auch Neuansiedlungen z.B. von StartUps auslösen werden.
3. Bei einer Ansiedlung der Forschungsaktivitäten am Flughafen Friedrichshafen, ließen sich die dortigen Auslastungsprobleme deutlich reduzieren. Das zeigt das Beispiel Oberpfaffenhofen vor den Toren Münchens. Anders als Friedrichshafen hat sich Oberpfaffenhofen dank einer beherzten Standortpolitik zu einem bedeutenden Zentrum der Luft- und Raumfahrt entwickelt. Die Ansiedlung zahlreicher Unternehmen und Startups hat dort über 7.500 hochqualifizierte neue Arbeitsplätze entstehen lassen. Ganz zu schweigen von der Magnetwirkung, die von den dortigen technischen Pionierarbeiten ausstrahlt.
4. Durch die Veränderungsprozesse, gerade auch in der Automobilindustrie, werden bei uns in der Bodenseeregion Arbeitsplätze entfallen. Nahezu alle Unternehmen,betonen die Herausforderungen, die mit technologischen Innovationen, der Veränderung der Lieferketten, des globalen Wettbewerbs und der Notwendigkeit zu mehr Nachhaltigkeit verbunden sind. Gerade die Aufgabe, Fliegen ökologisch nachhaltig zu gestalten, ist unsere Chance. Wer es schafft, den Flugverkehr nachhaltig zu gestalten, wird auf Jahre hinaus eine Führungsposition im internationalen Wettbewerb besetzen. Und welche Region zumindest in Europa ist für so eine multidisziplinäre Aufgabe besser geeignet als Baden-Württemberg, mit unserer einzigartigen Verknüpfung unserer Universitäten, technischer Hochschulen, Forschungsinstituten wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), innovativer Unternehmen von Weltrang und hochqualifizierten Arbeitskräften?
5. Das geplante Europäische Kooperationszentrum Luftfahrtforschung (EKL)
bietet Chancen für Friedrichshafen, wird bereits vorhandene Forschungseinrichtungen und Unternehmen miteinander vernetzen, neue Unternehmen anziehen und Gründungen ermutigen. Das komplexe Aufgabengebiet des ökologisch nachhaltigen Fliegens, an dem national und international gearbeitet wird, umfasst viele Themen, die speziell in Baden-Württemberg bearbeitet werden können. Für die Stadt Friedrichshafen ergeben sich schon mittelfristig qualifizierte Arbeitsplätze, höhere Steuereinnahmen, höhere kommunale Abgaben sowie eine größere Attraktivität als Wirtschaftsstandort.
Nein, das verstehe ich überhaupt nicht. Die Idee des ökologisch nachhaltigen Fliegens bietet große Chancen für Friedrichshafen und die Bodenseeregion. Dies verfolgt auch die Luft- und Raumfahrtstrategie der Landesregierung. Es bedarf vieler gemeinsamer Anstrengungen in Baden-Württemberg, in der Bodenseeregion speziell über das BodenseeAIRea-Cluster, um einen spürbaren Beitrag zur Nachhaltigkeit der internationalen Luftfahrt zu leisten. Wir werben um Unterstützung der Landesregierung, der Bodenseeregion, der Stadt Friedrichshafen, um gemeinsam mit Forschungseinrichtungen und Unternehmen diesem wichtigen Ziel näher zu kommen. Und wir verstehen uns als Brückenbauer zwischen Wissenschaft, Forschung, Bildung, zwischen Wirtschaft und Politik auf allen ihren Ebenen.
Die Luftfahrt hat mich schon immer fasziniert. Beruflich hatte ich das Glück, mich mehrfach mit Themen der Luft- und Raumfahrt beschäftigen zu können. Bereits als junger Beamter im Staatsministerium war ich als Referent für Verkehrsfragen für den Ausbau des Flughafen Stuttgarts zuständig. Als Oberbürgermeister war ich 16 Jahre lang stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats des Flughafen Stuttgart. Wir haben uns dort intensiv mit den Umweltfragen des Flugverkehrs beschäftigt. Deshalb freue ich mich auch, dass die Landesregierung das ehrgeizige Ziel hat, den Flughafen Stuttgart in den kommenden 10 Jahren CO2-neutral zu betreiben. Als Mitglied im Universitätsrat der Universität Stuttgart konnte ich die Arbeit der 13 Forschungsinstitute der Luft- und Raumfahrt näher kennenlernen. Heute noch bin ich im Beirat der Deutschen Luftrettung. Und nicht zuletzt habe ich mich als langjähriges Mitglied des Rates für nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung mit Fragen der nachhaltigen Mobilität beschäftigen können. Da nach wie vor das Fliegen die umweltschädlichste Art der Mobilität ist, gibt es großen Handlungsbedarf.
Beantragtes Mitglied des Aufsichtsrats

Conrado Dornier ist Gründer des Unternehmens "Dornier Seawings", welches am "Air Tech Campus" Oberpfaffenhofen (Bayern) die Produktion und den Vertrieb einer neuen Generation von Flugbooten vorbereitet.
Als Luftfahrtunternehmer weiß ich wie wichtig es ist, technologisch nach vorne zu kommen. Die Luftfahrt ist heute ein globaler Wachstumsmarkt, bei dem Unternehmen aus den USA sehr stark sind. China und auch Indien holen in großen Schritten auf. In Europa gibt es praktisch nur einen globalen Player, das Unternehmen Airbus, in dem auch die Dornier GmbH aufgegangen ist. In Deutschland, speziell im Südwesten, haben wir alle Voraussetzungen für eine erneut führende Rolle. Wir haben hochspezialisierte Unternehmen der Luftfahrt, wir haben renommierte Forschungsinstitute, wir haben hochqualifizierte Arbeitskräfte in den benötigten Disziplinen. Es hapert aber am Zusammenwirken dieser Kräfte. Das geplante Europäische Kooperationszentrum Luftfahrtforschung (EKL), gefördert von der Zeppelin-Stiftung, wäre ideal geeignet, hier Kompetenzen zu bündeln, Know-how auszutauschen und neue, ehrgeizige Projekte zu verwirklichen. Und kein Thema bietet dafür mehr Chancen als die Riesenaufgabe, Fliegen ganzheitlich nachhaltig zu machen.
Weil in Oberpfaffenhofen gezeigt wurde, wie es funktioniert. Mit Unternehmergeist, guten Rahmenbedingungen und beherztem Handeln der Politik und der beteiligten Unternehmen konnten über 7.500 hochqualifizierte Arbeitsplätze erhalten und teilweise auch neu geschaffen werden. Im Übrigen haben wir hier auch keine Konkurrenzsituation, das ist ein ganz falsches Denken. Wir müssen in Deutschland alle Chancen, die es gibt nutzen, und gemeinsam in eine Richtung arbeiten.
Um Fliegen nachhaltig zu gestalten liegen schon heute technische Lösungsansätze vor, denken Sie nur an nachwachsende Kraftstoffe oder Wasserstoff. Notwendig ist die Reduktion schädlicher Emissionen, also vor allem des Verbrauchs von Kerosin. Ein weiterer großer Hebel liegt beim Zurückfahren des Verbrauchs von Rohstoffen bei der Produktion von Fluggeräten u.a. durch die Recyclingfähigkeit verwendeter Materialien, sowie die Reduktion des Fluglärms. Die notwendigen Technologiebereiche sind sehr vielfältig. Dazu gehören z.B. neue Antriebstechnologien unter Verwendung von Brennstoffzellen und Wasserstoff, Einsatz elektrischer oder hybrider Antriebe, Optimierung der Triebwerke, Reduktion des Verbrauchs von Materialien und Gewichtseinsparung durch Verwendung anderer Materialien. Und was das Ganze nicht nur spannend, sondern besonders relevant für die Arbeitsplatzsituation in Deutschland macht: in der Luft und Raumfahrt verbinden sich alle wesentlichen Hochtechnologien. IT, Künstliche Intelligenz, Kommunikations- und Navigationstechnik, Elektronik, Robotic, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, Sensorik sowie das Thema neue Werkstoffe, um nur die wichtigsten zu nennen. Friedrichshafen war zu Zeiten von Graf Zeppelin, von Claude Dornier, von Wilhelm Maybach, von Graf Soden, von Hugo Eckener und den Belegschaften der Zeppelinbetriebe, gleichsam das Silicon Valley der internationalen Luftfahrt, trotz der schwierigen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen vor und nach dem ersten Weltkrieg. Das hat Aufstieg und Wohlstand der Stadt geprägt.
Beantragtes Vorstandsmitglied

Rechtswissenschaftler und Staatsrechtslehrer am Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Finanz- und Steuerrecht der Universität Hohenheim.
Die Chancen für eine Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit der Zeppelin-Stiftung als selbstständig agierendes Rechtssubjekt bewerte ich als hoch. Die Rechtsanordnung vom Januar 1947, die die Stiftung auflösen sollte, war aus fünf Gründen von Anfang an nichtig:
1. Stiftungen dürfen grundsätzlich nur aufgehoben werden, wenn die Erfüllung des Stiftungszwecks vollständig und dauerhaft unmöglich geworden ist. Der Zweck der Zeppelin-Stiftung war und ist die Förderung der „Luftfahrtforschung überhaupt“. Das war auch während der Besatzungszeit zumindest teilweise möglich. So durfte man Grundlagenforschung und historische Luftfahrtforschung betreiben. Zudem waren die damaligen Beschränkungen der Luftfahrtforschung nicht dauerhaft. Die Rechtsanordnung vom Januar 1947 unterstellte demgegenüber eine vollständige und dauerhafte Unmöglichkeit, um die Stiftung aufzuheben und das Stiftungsvermögen auf die Stadt Friedrichshafen zu übertragen. Sie verstieß deshalb gegen das Willkürverbot.
2. Selbst wenn der Stiftungszweck vollständig und dauerhaft unmöglich gewesen wäre, hätte man nach der damaligen Rechtslage eine Änderung des Stiftungszwecks anstatt der Aufhebung der Stiftung als „milderes Mittel“ wählen müssen. Das ist ein Gebot der Verhältnismäßigkeit. Durch die Rechtsanordnung wurde stattdessen die Existenzvernichtung der Zeppelin-Stiftung angeordnet. Sie war deshalb gänzlich unverhältnismäßig.
3. Nach der damaligen Rechtslage hätte man die Stiftung durch einen Verwaltungsakt aufheben müssen. Gegen einen Verwaltungsakt kann man sich vor Gericht wehren. Stattdessen wählte das Staatssekretariat die Rechtsanordnung als Handlungsmittel. Das war ein förmliches Gesetz, gegen das es keinen Rechtsbehelf gab. Der Rechtsschutz durch die Gerichte war damit willkürlich abgeschnitten.
4. Nach den Protokollen des Staatssekretariats wurde eine Rechtsanordnung zur Aufhebung der Zeppelin-Stiftung gar nicht beschlossen. Gegenstand des Beschlusses war vielmehr eine „Rechtsanordnung über Änderung der Zweckbestimmung und der Verfassung der Zeppelin-Stiftung Friedrichshafen a.B. vom 12. 11. 1946“. Dem Protokoll kommt als öffentlicher Urkunde eine erhöhte Beweiskraft zu. Der Beweis des Gegenteils ist nicht möglich. Wenn das zuständige Gremium die Rechtsanordnung aber nicht beschlossen hat, kann die im Amtsblatt veröffentlichte Rechtsanordnung auch nicht in Kraft getreten sein.
5. Im Übrigen verliert eine Stiftung ihre Rechtsexistenz nicht allein durch ihre Aufhebung. Sie muss vielmehr liquidiert werden. Eine Liquidation wurde aber nie durchgeführt. Die Stadt Friedrichshafen berief sich als Empfänger des Stiftungsvermögens immer darauf, dass sie der Fiskus sei, bei dem eine Liquidation nicht erforderlich ist. Unter Fiskus versteht man aber nur den Staatsfiskus von Bund und Ländern. Die Zeppelin-Stiftung muss daher schon allein aus diesem Grund rechtlich noch existent sein.
Nein, das Gegenteil ist der Fall. Die damalige Aufhebung der Stiftung durch die Rechtsanordnung wurde noch nie gerichtlich geprüft. Die Stiftung war Jahrzehnte lang handlungsunfähig, da sie keinen Vorstand hatte. Sie konnte ihre Rechte daher gerichtlich gar nicht geltend machen.
Aus zwei Gründen: Als Professor für Öffentliches Recht fühle ich mich dem Rechtsstaat verpflichtet. Auch wenn damals in der Nachkriegszeit andere Rahmenbedingungen für staatliches Handeln galten als heute, dürfen wir nicht Dinge akzeptieren, die offensichtlich rechtswidrig waren und es bis heute noch sind. Wo Unrecht geschehen ist, fordert die Rechtsordnung dessen Korrektur.
Zweitens fühle ich mich auch der Sache inhaltlich sehr verbunden. Die Zeppelin-Stiftung ist eine gemeinnützige Organisation mit dem Schwerpunkt, Fliegen nachhaltig zu gestalten, vor allem durch das geplante Europäische Kooperationszentrum Luftfahrtforschung (EKL). Dieses Zentrum ist eine großartige Idee. Von der Politik hört man immer wieder, dass Deutschland innovativer werden sollte, seine Standort- und Knowhow-Vorteile nutzen und wettbewerbsfähiger werden müsse. Hier haben wir die Gelegenheit, genau dies zu tun. Sich vom Unternehmergeist Ferdinand Graf Zeppelins anstecken zu lassen und das Megathema des nachhaltigen Fliegens hier in der Region anzugehen, ist eine großartige Chance, für die ich mich engagieren möchte. Das schafft Arbeitsplätze und käme vor allem Friedrichshafen zugute.
Kompromisse kann es immer geben. Man muss aber dafür miteinander sprechen. Das erhoffen wir uns vom Oberbürgermeister der Stadt Friedrichshafen, Herrn Simon Blümcke.
Beantragtes Vorstandsmitglied

Mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Automobilindustrie mit Schwerpunkt technischer Vertrieb, zuletzt bei Bosch für den Vertrieb im Bereich „Autonomes Fahren“ zuständig.
Das kann ich leicht beantworten: ich sehe hier eine einmalige Chance in der Forschungs- und Entwicklungsarbeit für die Luft- und Raumfahrt. Unsere Vision ist ein Forschungskooperationszentrum der Zukunft. Ein Ort, an dem Industriepartner, Startups und Universitäten gleichermassen ihr Wissen austauschen, voneinander lernen und gemeinsam entwickeln. Ein Ort, an dem Kompetenzen gebündelt und zu Multiplikatoren im Entwicklungsfortschritt werden können. Ein Ort der Kooperation und nicht des „jeder für sich“. Die Zeppelin-Stiftung wäre nach ihrer Restitution eine der größten Unternehmensstiftungen Deutschlands und damit in der Lage, wirklich etwas zu bewegen. Dies wäre ganz im Sinne meines Ur-Urgroßvaters Ferdinand Graf Zeppelin.
Ich habe keinen Zweifel daran, dass die gegenwärtigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten des größten Stiftungsbetriebs, der ZF AG, überwunden werden. Dann stünden der Stiftung erneut erhebliche Beträge zur Verfügung, die für den ursprünglichen Stiftungszweck, die Luftfahrtforschung, eingesetzt werden könnten. Die Ansiedlung und der Aufbau des von uns geplanten Europäische Kooperationszentrum Luftfahrtforschung (EKL) wäre eine fantastische Chance für die Südwest-Region, und ganz besonders die Stadt Friedrichshafen. Mein Engagement für die Zeppelin-Stiftung liegt im Potenzial eines „Silicon Valley“ der Luft-und Raumfahrtforschung.
Meine berufliche Laufbahn ist maßgeblich durch internationale, mittelständische Unternehmen im Automobilbereich geprägt. Schwerpunkt meiner Managementpositionen war stets sehr vertriebsorientierte und interkulturelle Herausforderungen. Das persönliche Vernetzen diverser Stakeholder und Interessen ist und bleibt für mich die zentrale Aufgabe. Schließlich planen wir hier ein Zentrum für Kooperation.
Als Unternehmensstiftung, mit einer ZF AG als größtem Betrieb, würde es meine Aufgabe werden, die Industrielandschaft mit allen Herausforderungen, technisch und wirtschaftlich, zu durchleuchten und dann durch ein passendes Produktportfolio der Stiftung Mehrwert zu schaffen. Hierfür bin ich qualifiziert, und kann als Brückenbauer zwischen Wissenschaft, Forschung, Bildung und Wirtschaft tätig werden.
Als allererstes würde der von der Stiftungsbehörde antragsgemäß berufene Vorstand auf die wichtigsten Ansprechpartner in der Region zugehen, wir würden uns vorstellen, erklären und vor allem: zuhören. Die Ansprechpartner wären die ansässigen Industrieunternehmen, insbesondere diejenigen, die einen Bezug zur Luftfahrt haben oder einen solchen in Ergänzung ihres Produktportfolios aufbauen könnten. Vielleicht noch wichtiger wäre uns ein Dialog mit der Stadt Friedrichshafen, dem Oberbürgermeister, dem Gemeinderat, den Fraktionen. Wir wollen dann auch mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen, uns ein Bild von der gegenwärtigen Stimmung und den vorhandenen Erwartungen, aber vielleicht auch Sorgen, machen. Nach dieser „Datenaufnahme“ würden wir uns als Vorstand, in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat, an den Aufbau des geplanten Europäischen Kooperationszentrums Luftfahrtforschung (EKL) zum Thema „nachhaltiges Fliegen“ machen. Die Leitfrage dafür lautet: wie schaffen wir es, eine Organisation zu schaffen die einen echten Mehrwert bei diesem wichtigen Thema liefert, Top-Leute aus Wissenschaft und Praxis anzieht und eine Strahlkraft weit über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus entwickelt?
Antragsteller

Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin ist Rechtsanwalt und Familienunternehmer. Er ist der Urenkel des legendären Luftschiffpioniers Ferdinand Graf Zeppelin.
Ich fühle mich aus Respekt vor der Familientradition dazu verpflichtet. Nach der Stiftungssatzung ist der Chef der Stifterfamilie ein "geborenes Mitglied" im Aufsichtsrat der Zeppelin-Stiftung. Deshalb bin ich als Berechtigter befugt, einen Antrag nach § 84c BGB auf Bestellung von Vorstand und Aufsichtsrat bei dem zuständigen Regierungspräsidium zu stellen. Diesem Auftrag bin ich jetzt nachkommen. Die Rechtmäßigkeit der Stiftungsauflösung wurde bis heute gerichtlich noch nie überprüft, dazu habe ich jetzt erstmalig die Gelegenheit. Ich würde es aber bevorzugen auf dem Verhandlungswege mit der Stadt Friedrichshafen zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen.
((hier neue Box))
Sind denn heute überhaupt noch Pioniertaten wie die Ihres Urgroßvaters denkbar?
Mein Urgroßvater hat mit der Erfindung des nach ihm benannten Luftschiffes eine Pioniertat vollbracht, von denen es in der Geschichte der Luftfahrt nur wenige gab. Und er hat, unter schwierigsten Bedingungen, daraus ein Geschäftsmodell aufgebaut, das zwischen den Weltkriegen vielen zehntausend Menschen die schnelle Reise in ferne Länder, zuvorderst die USA, ermöglicht hat. Er verfügte also nicht nur über einen technischen Genius, sondern hatte auch ein Gespür und den Mut, kaufmännisch etwas auf die Beine zu stellen. Die Krönung seines Schaffens war die Gründung der Zeppelin-Stiftung im Jahre 1908. Er wollte damit über seinen Tod hinaus die Luftfahrtforschung fördern, das war die Ambition für das er brannte und mit der er ganz Außerordentliches erreichte. Natürlich drehte sich in den ersten Jahren der Luftfahrt ganz stark um die Themen „Höher-Schneller-Weiter“, wie sollte es auch anders sein. Heute geht es, wenn man über Luftfahrt spricht, natürlich in erster Linie darum, wie man den Transport von Menschen und Gütern in der Luft nachhaltig gestalten kann. Denn Fliegen auf Basis des heutigen CO2-Ausstoßes kann so nicht mehr verantwortet werden. Es gibt also nur drei Möglichkeiten: Verzicht, Verbot oder Innovation. Ich glaube an die Kraft der Innovation, weswegen wir Mittel der Zeppelin-Stiftung in das geplante Europäische Kooperationszentrum Luftfahrtforschung (EKL) in Friedrichshafen leiten möchten.
Ich bin davon überzeugt, dass die Mittel der Zeppelin-Stiftung effizienter im Interesse der Bürgerinnen und Bürger eingesetzt werden können. Mit dem geplanten Europäischen Kooperationszentrum Luftfahrtforschung (EKL) wird der Stadt und damit den Bürgerinnen und Bürgern eine dringend gebrauchte neue Perspektive eröffnet. Es winken Investitionen in Forschungsinfrastruktur, in neue Talente und Arbeitsplätze. Friedrichshafen hat damit die Chance, beim Thema „nachhaltiges Fliegen“ eine so führende Rolle in der Branche einnehmen, genau wie damals zu Zeiten des Ferdinand Graf Zeppelin, eines Claude Dorniers oder Wilhelm Maybachs. Davon haben alle etwas, am meisten aber die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Friedrichshafen.
Ich habe die Einsetzung eines Vorstands und Aufsichtsrats für die Zeppelin-Stiftung nach § 84c BGB beim Regierungspräsidium beantragt, welches laut Entscheid OLG Stuttgart hierfür zuständig ist. Unser Ziel ist, die Wiedereinrichtung der Zeppelin-Stiftung mit dem ursprünglichen Stiftungszweck, die Luftfahrtforschung zu unterstützen. Ich möchte ausdrücklich betonen: sollte es in der Zukunft Möglichkeiten für eine Einigung mit der Stadt Friedrichshafen geben, würde ich das sehr begrüßen.
Antragsteller

Ferdinand v. Brandenstein-Zeppelin ist der älteste Sohn von Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin. Er ist Geschäftsführer mehrere mittelständischer Betriebe. Er ist ebenfalls antragsberechtigt nach § 84c BGB.