
Konkret geht es um:
Die Auflösung der Zeppelin-Stiftung 1947 war unwirksm.
Der Notvorstand möchte auf dem Verhandlungswege erreichen, dass Erträge der heute von der Stadt Friedrichshafen verwalteten Zeppelin-Stiftung wieder für die Luftfahrtforschung eingesetzt werden. Sollte dies nicht erreichbar sein, ist auch denkbar, die Zeppelin-Stiftung auf dem Rechtsweg wieder zu errichten.
Was würde die Wiedereinrichtung der Zeppelin-Stiftung bedeuten? Gibt es Gewinner?
Mit Beschluss vom (Datum) hat das OLG Stuttgart auf Antrag von Albrecht Graf Brandenstein-Zeppelin, und seines Sohnes Ferdinand, Nachfahren des Luftschiffpioniers Ferdinand Graf Zeppelin, einen Notvorstand für die Zeppelin Stiftung berufen.
Die Luftfahrt ist ein globaler Wachstumsmarkt, der stark von den USA und China dominiert wird. In Baden-Württemberg gibt es hochspezialisierte Unternehmen der Luftfahrt, zahlreiche renommierte Forschungsinstitute und viele hochqualifizierte Arbeitskräfte. Das geplante Europäische Kooperationszentrum Luftfahrtforschung (EKL) in Friedrichshafen ist ideal dafür geeignet, Kompetenzen zu bündeln, Know-how auszutauschen und Friedrichshafen und der Bodensee-Region erneut eine führende Rolle in der Luftfahrtforschung zu verleihen.
Die größte Herausforderung der Luftfahrtforschung in der Gegenwart ist die Nachhaltigkeit, da sich die Anzahl der Flüge in den nächsten 20 Jahren verdoppeln wird. Fliegen ökologisch nachhaltig zu gestalten, ist zugleich eine große Chance. Die Aufgabe ist komplex, sie erfordert neue Fluggeräte, neue Flugrouten und bündelt den Einsatz nachwachsender Kraftstoffe, die Erforschung neuer und leichterer Materialien und die Optimierung der Triebwerke. Sie ist nur zu lösen mit einer Kombination verschiedener Hochtechnologien wie Elektronik, IT, künstlicher Intelligenz, Materialwissenschaften, Robotik und Sensorik, um nur die wichtigsten Disziplinen zu nennen. Die Luftfahrtforschung in Friedrichshafen kann durch das Engagement der restituierten Zeppelin-Stiftung in Friedrichshafen einen großen Sprung nach vorne machen.
Die Stadt Friedrichshafen steht gegenwärtig vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen. Gründe sind hauptsächlich die Schwierigkeiten beim größten Stiftungsunternehmen, der ZF AG. Wenn es gelänge, mit den Mitteln der Zeppelin-Stiftung einen Forschungscluster „nachhaltiges Fliegen“ in Friedrichshafen anzusiedeln, würden neue hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen werden, idealerweise angesiedelt am heute defizitären Flughafen Friedrichshafen. Es würden sich dadurch höhere Steuereinnahmen und eine größere Attraktivität der Stadt als Wirtschaftsstandort ergeben. Die Fokussierung der Zeppelin-Stiftung auf den ursprünglichen Zweck der Luftfahrtforschung wäre ein viel effizienterer und zukunftsorientierterer Einsatz ihrer Mittel, die heute – entgegen dem Stiftungszweck – für gemeinnnützige, kommunale Zwecke verwendet werden.
Das Vermögen der 1909 errichteten Zeppelin-Stiftung, deren Stiftungszweck die Luftfahrtforschung ist, wurde in den Nachkriegswirren des Jahres 1947 auf die Stadt Friedrichshafen übertragen. Dieser Vorgang war rechtsstaatswidrig. Die betreffende Rechtsanordnung war aus mehreren Gründen unwirksam. Bisher fand keine inhaltliche gerichtliche Überprüfung der angeblichen Auflösung der Stiftung statt. Durch die Beantragung von Vorstand und Aufsichtsrat bei der Stiftungsaufsicht besteht hierzu jetzt erstmalig die Möglichkeit.